50 Jahre Anwerbeabkommen

Ein altes Foto eines Gastarbeiters.

„Integration kann nur gelingen, wenn beide Seiten ihren Beitrag leisten:
Migranten und Aufnahmegesellschaft.
Wichtig ist, dass wir uns dabei auf Augenhöhe begegnen.
Der Bezirk Bergedorf pflegt eine gelebte Willkommenskultur.
Voraussetzung hierfür ist auch das Engagement der Bergedorfer Zivilgesellschaft,
wie es heute schon in hohem Maße vorhanden ist.“

 

Arne Dornquast
Bezirksamtsleiter Hamburg-Bergedorf

Ein Bergedorfer vor dem Rathaus.

„Von ‚Gastarbeitern‘ zu Bergedorfern: 50 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei“

Am 30. Oktober 1961 unterzeichneten Deutschland und die Türkei ein Abkommen zur Anwerbung von Arbeitskräften.

50 Jahre Anwerbeabkommen mit der Türkei – auch ein wichtiges Kapitel in der Bergedorfer Geschichte. Am 12. November 2011 lud das Bezirksamt daher gemeinsam mit drei türkischen Vereinen zu einer Festveranstaltung in den Spiegelsaal des Bergedorfer Rathauses ein.

Als Kooperationspartner wirkten der AKD e.V., BAKM e.V., die Gemeinde der Bergedorfer Moschee (DITIB) sowie die Buhck-Stiftung. Moderiert wurde die Veranstaltung durch den Bergedorfer Bezirksamtsleiter Arne Dornquast sowie Güngör Yilmaz. Der Generalkonsul der Republik Türkei, Devrim Öztürk, sprach zu Beginn ein Grußwort. Die Veranstaltung wurde abgerundet durch ein musikalisches Programm von Turan Vurgun & Alican und fand ihren Ausklang mit einem türkischen Buffet.

Junge Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter auf einer abendlichen Veranstaltung.

Rund 200 Bergedorfer* mit und ohne Migrationshintergrund sowie Gäste folgten der offenen Einladung und füllten den Spiegelsaal sowie den angrenzenden Kleinen Sitzungssaal bis auf den letzten Platz.

In einem Podiumsgespräch erzählten drei Generationen von Bergedorfern mit türkischem Migrationshintergrund von ihren Erfahrungen: Wie wurde die erste Generation in Bergedorf aufgenommen? Wie unterscheiden sich ihre Erlebnisse von jenen der späteren Generationen? Was hat sich seitdem in der Selbstwahrnehmung der türkeistämmigen Bergedorfer gewandelt?

Kinder in Bergedorf.

Auch Bergedorfer Zeitzeugen ohne Migrationshintergrund berichteten, diesmal aus der Perspektive der Aufnahmegesellschaft: die ersten türkischen Mitschüler, die ersten Kollegen aus der Türkei, die ersten türkischen Nachbarn in der Siedlung. Eine dieser Stimmen war der Altbürgermeister und langjährige Bergedorfer Bundestagsabgeordnete Hans-Ulrich Klose.

Der gemeinsame Rückblick war zugleich eine Einladung, über das heutige Miteinander ins Gespräch zu kommen und den Blick in die gemeinsame Zukunft zu richten.

Für den Bezirk Bergedorf bot das Jubiläum zudem die Gelegenheit, den Bergedorfern türkischer Herkunft seine Wertschätzung auszusprechen, im Sinne einer gelebten bezirklichen Willkommenskultur.

 

 

*) Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.
Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.